Es ist mal wieder soweit: Vor 5 Wochen habe ich einen neuen Termin zur Nachuntersuchung gemacht. Acht Jahre nach der Diagnose dachte ich zuerst, dass ich doch jetzt mal langsam cool damit umgehen könnte, doch seit ich den Termin gemacht habe blockiert mein Hirn.
Mir geht es gut, sehr gut sogar. Es gibt keinen Grund zur Unruhe: Keine Knoten, keine Schmerze im Rücken, kein merkwürdiger Husten oder sonst irgendwas. Trotzdem: meine Konzentration ist am Nullpunkt angekommen.
Es war – wie jedes Jahr – ein schleichender Prozess: Ich machte am 19.5. (dem Geburtstag meiner lieben Nadine) meinen nächsten Nachsorge-Check-Termin. Drei Wochen lang war ich cool, dann merkte ich, dass ich mir Datum und Zeit gemerkt habe, dann fingen Datum und Zeit an, sich in meinem Kopf zu drehen. Das Drehen ist jetzt langsam zu einem Tornado geworden und fegt alles weg, was nicht niet- und nagelfest ist. Nichts fliesst – alles krampft. Wenigstens die jährliche Augenuntersuchung habe ich gestern erfolgreich hinter mich gebracht – 100%!
Woher kommt diese Unruhe, wo doch eigentlich alles gut ist?
Ich denke, es kommt dadurch, dass ich die Erfahrung gemacht habe, dass ein Tag plötzlich alles verändert: Man geht zum Arzt und danach ist die Welt grau, die Zukunft anders, die Perspektive weg.
Die Angst vor der Wiederholung eines solchen Tages macht einen Dreier mit der Panik und der Sorge in meinem Kopf.
Was hilft?
Weiter anstrengen, weiter arbeiten, ablenken, lachen und warten, bis der 4.7., 8 Uhr kommt.
Denn wie heißt es so schön:
Am Ende wird alles gut. Und wenn nicht alles gut ist, dann ist es auch nicht das Ende.
