Amazonen – Uta Melles Blog

Heilpraktiker-Diskussion auf Facebook oder: warum lügen Menschen?

Alle wollen dasselbe: Krankheiten heilen. Und trotzdem bekämpfen sich viele, weil sie ihren Weg am tollsten finden. Heute habe ich mal wieder eine Diskussion geführt. Was heraus kam ist typisch: Menschen, die behaupten „jemanden zu kennen, der alternativ geheilt wurde“ – und wieder ist nichts dahinter außer jemandem, der sich aufblasen will und … um es einfach zu sagen: lügt!

Facebook-Diskussion; Stern.de-Artikel: Heilpraktiker-Beruf-Zertifikat abschaffen ja/nein: Beispiel: Der „Heilpraktiker“, der mit „alternativer Krebsheilung“ geprotzt hat, in dessen „Klinik“ mehrere Menschen starben und er noch immer „praktizieren“ darf, weil die Auflagen für Heilpraktiker dies erlauben.

Auf solche Diskussionen lasse ich mich nur selten ein. Meine Vorgabe zu Selbstschutz: Einmal pro Woche – maximal. Aber ich darf es auch nicht weglassen – es ist zu wichtig!

Mein Hintergrund, meine Erfahrungen, die ich zu dieser Diskussion beisteuern kann, kurz beschrieben – denn ich bin kein Arzt!:

  1. Meine eigenen Erfahrungen mit dem Überleben durch die Chemo und Operationen bei Brustkrebserkrankung mit BRCA2 Hintergrund.
  2. Die begleitenden alternativen schmerzlindernden und appetitsteigernden Behandlungen während meiner Chemo
  3. Die klassischen und alternativen Heilmethoden und Heilversuche bei 5 Krebserkrankungen in 20 Jahren bei meiner Mutter
  4. Die intensiven Kontakte zu ca. 170 Krebspatienten in 8 Jahren
  5. Die weitgehenden Kontakte durch Forenarbeit und Diskussionen
  6. Meine intensive 8-jährige Recherche nach „nur-alternativen-Krebsheilmethoden“ in allen mir offen stehenden Foren
  7. Die zugegeben negativen Erfahrungen in allen mir bekannten und nachgewiesenen Fällen der Anwendung von „nur-alternativen-Krebsheilmethoden“

Dieses Forum wirkte, im Gegensatz zu anderen Diskussionen, die ich zum gleichen Thema geführt habe, ziemlich entspannt, es gab lediglich ein durch ein Missverständnis entstandenes Hin-und Her, welches sich bald klärte.

Doch dann kam ein neuer Kommentar:

„Annett Langschied Uta Melle ,das ist sehr schön für Sie,dass Sie den Krebs mit Hilfe der Schulmedizin überlebt haben.Ich widerum kenne einige,die es trotz Schulmedizin nicht geschafft haben und eine,die es mit Hilfe Alternativer Heilmethoden geschafft hat.Und nun? Ist es nicht so,dass das,was für den einen das Richtige ist,für den anderen noch lange nicht das Richtige sein muss. Tatsache ist,dass viele den Krebs nicht überleben….so oder so.“

Abgesehen davon, dass ich insgeheim denke, dass bei der Frau das Glas wohl immer halbleer ist und ihre mentale Verfassung beim schreiben eher der einer Viertklässlerin entspricht, versuche ich ruhig zu antworten.

„Uta Melle Annett Langschied ich hätte gern den Kontakt zu der, die es mit Hilfe alternativer Heilmethoden geschafft hat – denn ich suche schon seit 8 Jahren nach solchen Fällen. Also: bitte her damit. Ich kenne übrigens sehr sehr viele Menschen, die es mit Hilfe der Schulmedizin überlebt haben – und natürlich auch welche, die es nicht geschafft haben. Krebs ist nunmal eine sehr schwere Krankheit und niemand kann zaubern.“

Noch 3 mal bat ich eindringlichst um den Kontakt: es wurde nicht erwidert.

Und hier fängt für mich die absolute Gemeinheit an.

Ich erzähle jedem wahr und ehrlich meine Geschichte. Ich lasse nichts aus, bin offen für alles, berichte von den intimsten Details. Jedes Mal, wenn ich auf solche „ich kenne jemanden, dessen Krebs nur mit alternativer Heilung wegging“-Geschichten stoße, hinterfrage ich diese. Und alle entpuppen sich als faustdicke Lüge oder „eigentlich hatte ich noch eine Chemo oder OP“-Geschichte.

Warum tun Menschen so etwas? Sind das alles nur Bots oder wollen sie einfach nur recht haben? So egoistisch kann man doch nicht sein, oder? Mich würde „rechthaben“ niemals so sehr befriedigen, dass ich dafür Menschenleben aufs Spiel setzen würde.

Diese Leute, die diese Geschichten verbreiten, sind in meinen Augen mit Schuld am Tod von den Menschen, die Ihnen glauben.

Ein Blick ins Profil zeigt mir oberflächlich, dass es sich um eine gesunde, finanziell gut dastehende, attraktive, ca. Mitt-40erin handelt. Was hat die für ein Problem, dass sie so einen Mist von sich geben muss – dass sie Lügen vom Format „ich kenn jemanden, der hat…“ verbreitet.

Nun ja – am Ende dieser ganzen Überlegung tut sie mir nun auch noch leid. Arme Frau!

Oh – nein doch nicht. Denn nun muss ich wieder an die denken, die gestorben sind, weil sie geglaubt haben, was solche Tussen gelabert haben!

Entschuldigt bitte meine Ausdrucksweise, ich habe den Text aus dem Bauch heraus heruntergeschrieben.
Ich freue mich über jeden Kommentar!

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