Hilft mir beim Umzug, den Ärzten bei der Kommunikation, der internationalen Datenbank, der eigenen Verwaltung und spart Geld.
Ich war ja schon begeistert, als das e-Rezept kam, aber das ist doch mal eine echte Erleichterung: Alle Untersuchungen, Laborbefunde, Medikamente, Rezepte, Impfstatus, Schwangerschaftsbegleiter, Spenderstatus, Leistungsbestätigungen – alles kann man in der elektronische Patientenakte ablegen und es so einrichten, dass die Ärzte darauf zugreifen können, man kann es aber auch auf privat stellen und somit keinen Zugriff erlauben. Die einzige Funktion, die noch fehlt, aber kommen soll, ist die Ablage von Röntgen-, MRT-, oder CT-Bildern. Aber auf die kann man über externe Server heutzutage auch ewig zugreifen. Die Zugangsdaten dafür habe ich auch in der eAkte hinterlegt.
Da wir Anfang Juli von Berlin nach Holstein umziehen und die neuen Ärzte dann natürlich bestmöglich über meine Patientengeschichte unterrichtet werden müssen, habe ich die Akte auch mit meinen alten Daten gefüttert. Meine Zahnarztbefunde der letzten 25 Jahre hatten Platz genau wie alle OP und Behandlungsberichte vom Brustkrebs, die Epilepsie-Behandlungen der letzten 20 Jahre und meine Nierenuntersuchungsergebnisse. Beim nächsten Gyn-Termin kommen dann noch diese Daten hinzu aber die alten Daten über längst vergangene Knochenbrüche oder sonstiges brauche ich meiner Meinung nicht mehr nachträglich einzuspeisen.
Ich nutze die App meiner gesetzlichen Krankenkasse – der Barmer. Zum Einrichten des Ganzen bin ich direkt in eine Filiale gegangen, da man Zugangsdaten benötigt und sich identifizieren muss. Abgesehen davon bin ich immer sehr dankbar, wenn mir das alles auch kurz mal gezeigt wird, denn falls es nicht gleich klappt, bin ich oft zu frustriert, um es wieder zu versuchen.
Die ersten klaren Vorteile haben sich heute nun gezeigt: letzte Woche wurde mir bei meiner Allgemeinärztin Blut abgenommen. Da sie nun sah, dass in meiner Akte Gicht und Osteoporose vermerkt waren, ordnete sie gleich an, den Harnsäure- und den Vitamin-D-Wert zu checken. Dies ersparte mir dann die Blutabnahme beim Urologen und bei der Orthopädin – das spart natürlich auch Zeit und Geld. Auch toll: kaum kam der Laborwert beim Urologen an, bekam ich einen Anruf der Praxis, das ich die Einnahme meines Allopurinol aufgrund des Harnsäurewertes senken sollte. Mein nächster Check-up dort wäre Mitte Juni gewesen.
Meine Ärzte sind nun miteinander verlinkt: Onkologe, Urologe, Neurologe, Orthopäde, Gynäkologe, Allgemeinmediziner, HNO-Arzt und Zahnarzt haben nun Zugriff auf all meine Befunde. Jeder kann eine Idee beisteuern, wenn er eine hat und ich schmeiß jetzt meine alten Leitzordner weg, in denen ich all diese Ergebnisse, Laborwerte, Behandlungen, Operationen, Therapien abgelegt hatte – mein Überleben ist jetzt viel kompakter – aber viel übersichtlicher und endlich für alle meine Ärzte zugänglich. Auch hier spart es Zeit und somit Geld. Und falls ich einen Unfall haben sollte, müssen die nur auf meine Karte gucken und wissen, was mit mir so alles los ist.
Und ich hoffe, dass ich all das auch in medizinische Datenbanken einspeisen kann, denn ich habe so viel Stoff zu liefern – so viele Ergebnisse aus auch neuen speziellen Behandlungen. Ich habe einige – auch neue – Wirkstoffe gegen Epilepsie ausprobiert, Mono- und Kombotherapie, ich war eine der Ersten, die eine Refluxplastik gesetzt bekommen hat und war auch eine der ersten, die sich die zweite Brust wegen BRCA Verdachts bei der Brustkrebsdiagnose mit hat entfernen lassen. Da gibt es doch garantiert einiges, was die weltweite Datenbank interessiert und somit Leben rettet.
Also: meine Empfehlung: richtet euch die elektronische Patientenakte ein – füttert sie mit allem, was ihr habt. Holt auch alte Berichte ein und stellt sie rein. Man wird ja nicht jünger – plötzlich ist alles „so viel“.
Wenn ihr das alles für euch behalten wollt, könnt ihr sie auch auf privat stellen und nur punktuell Ärzten den Zugriff erlauben.
Und falls die Russen, die Chinesen, die Nordkoreaner oder die Amerikaner Zugriff auf meine Daten kriegen sollten – was wollen die damit schon machen? Leben retten? YEAH! Go for it!