Warnung vor Robert Betz

Es gibt einen Psychologen aus München, der hat zu Angelina Jolies Brustamputation folgende Meinung: „Sich die Brüste aus Angst vor Brustkrebs amputieren zu lassen, hat aus meiner Sicht absolut nichts mit Mut und Vorbild zu tun. Es ist ein Zeichen großer Hilflosigkeit, Verzweiflung und Unbewusstseins. Man könnte es auch Wahnsinn nennen.“

Robert Betz ist der Meinung, „daß man mit (vor)Sorge und ständigem Abtasten, den Krebs erst provoziert/ in seinen Gedanken ‚erschafft‘, und über unser ‚Krankheitssystem‘, bei dem immer nur weg geschnitten und weg gemacht werden soll.“

Ich denke ja immer zuerst, dass alle Menschen alles Gute wollen und jeder das Recht hat, eine Meinung zu haben. Ja, wir alle sind auch geistig-kreative Wesen und erschaffen uns unsere Wirklichkeit zum großen Teil selbst. So weit, so gut. Aber irgendwie: so weit, so egal. Denn Krebs ist für viele von uns eine dramatische Wirklichkeit. Sei es aus genetischer Veranlagung, sei es spontan, sei es „selbsterschaffen.“ Das hindert uns aber nicht daran, an Krebs zu erkranken und im schlimmsten Fall zu sterben. Deswegen ist es grob fahrlässig, wenn jemand öffentlich die Meinung vertritt, dass wir uns selbst heilen sollen, (oder der gegen Gebühr von Robert Betz die nötige Inspiration zur Selbstheilung bekommen!) und die Vorsorge die Ursache für Krebs ist!

Im schlimmsten Fall reicht hier jemand einem verzweifelten Menschen einen Strohhalm, der nicht trägen und dem Menschen dann auch noch die Schuld am ertrinken gibt. Davor kann nicht laut genug gewarnt werden!

Damit meine ich nicht, dass wir nicht alle Verantwortung für uns übernehmen sollen – trinkt grünen Tee, werdet Veganer, esst tonnenweise Himbeeren oder lasst heilendes Licht durch euch strahlen – alles gut. Mir z.B. haben die klassische Medizin, ein chinesischer Arzt und die Homöopathie geholfen.

Und eines kann ich mir jetzt doch nicht verkneifen: Tiere erkranken auch an Krebs. Erschaffen die sich auch ihre eigene Wirklichkeit?

7 Gedanken zu „Warnung vor Robert Betz

  1. Ich kenne die Meinung des Herrn schon länger und obwohl er oft Worte findet die irgendwo passen, in diesem Punkt laabert er dummes Zeug. Wie gut das Männer nicht an BK erkranken können !!!!!!!!!

  2. Victim Blaming mal wieder. Man kann zu den „Vorsorge“untersuchungen stehen wie man will (ich selbst halte sie überwiegend für sinnvoll), aber zu behaupten Abtasten erzeuge den Krebs erst, ist wirklich grober Unfug.
    Das läuft insgesamt auf Ähnliches hinaus wie bei Hamer, vielleicht nicht ganz so krass oder wie bei den Leuten, die die „Krebspersönlichkeit“ proklamieren.
    In allen Fällen wird ein Schuldiger gesucht, und das ist praktischerweise die oder der Erkrankte selbst.
    Dahinter steckt nach meiner Ansicht oft die eigene Furcht vor dieser teilweise mystifizierten Krankheit Krebs.
    Man sucht nach Ursachen bzw. Schuld, die nach Möglichkeit in Dingen begründet ist, die aud einen selbst nicht zutreffen, da man ja so vor der Krankheit gefeit ist.
    Darüber hab ich mir vor längerem auch selbst mal Gedanken gemacht (http://drkall.wordpress.com/2010/09/10/die-schuldfrage/).
    Ich denke, der gute Herr Betz sollte sich besser zunächst mal um die Aufarbeitung seiner eigenen Krankheitsängste kümmern, bevor er anderen obskure Ratschläge gibt.

    Und ja, das Abtasten der Brust kann auch für Männer sinnvoll sein. Es hätte meinem Schwiegervater vielleicht ein paar zusätzliche Jahre bringen können.

  3. Ich habe das Glück gehabt, eine Röntgen-Ärztin zu erwischen, die mir auf den Kopf zusagte, ich sei doch selbst schuld am Krebs, weil ich 2 Jahre zwischen 2 Vorsorgeintervallen verstreichen ließ! Da war ich noch stinksauer und entsetzt! Als dann eine Psychologin auch noch meinte, eine sex. Nötigung in meiner Jugend wäre schuld, weil ich meinen Unterleib nicht mehr richtig lieben könnte, bin ich beinahe vom Glauben abgefallen!

Kommentar verfassen